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Schlagwort: Rechnungsrückweisungen

TARDOC und ambulante Pauschalen – Fazit nach dem ersten Quartal

Newsletter/Blogbeitrag für Argomed – Veröffentlicht am 22. April 2024 TARDOC und ambulante Pauschalen

Das Fazit nach dem ersten Quartal fällt positiv aus: Der Start ist gelungen, die Systeme funktionieren, und die Praxen arbeiten auf einem guten Niveau mit dem neuen Tarif. Dieser erfolgreiche Start ist kein Zufall. Er ist das Ergebnis intensiver Vorbereitung, zahlreicher Schulungen, gut umgesetzter Softwarelösungen und klar definierter interner Abläufe. Vor allem aber ist er dem grossen Engagement in den Praxen zu verdanken. Allen Beteiligten gebührt ein herzliches Dankeschön für ihren Einsatz – ohne diese gemeinsame Leistung wäre ein derart reibungsloser Übergang nicht möglich gewesen.

Erste Erfahrungen aus der Praxis
Zu Beginn erforderte insbesondere die korrekte Kombination von Zeit- und Handlungsleistungen (beispielsweise die hausärztliche Konsultation und Organuntersuchung) sowie die sachgerechte Anwendung und Kumulation der Tarifpositionen erhöhte Aufmerksamkeit. Dies betraf unter anderem die Frage, welche Positionen mit hausärztlichen Leistungen aus den Kapiteln [CA.00], [CA.05] und [CA.10] kumulierbar sind. Zudem bringt der TARDOC neue Tarifpositionen mit sich, die von Leistungserbringern zunächst kennengelernt und sicher angewendet werden mussten (vgl. Tarifbrowser, Rubrik «Meine Dignitäten», Dignität «9999 ALLE»).

Parallel dazu gewinnen auch die Anforderungen an die Dokumentation an Bedeutung. Die medizinischen Interpretationen der TARDOC-Positionen sind präziser formuliert, was einerseits Sicherheit in der korrekten Tarifanwendung gewährleisten soll, andererseits jedoch auch eine präzise und sorgfältige Dokumentation erfordert.

Ein besonders häufig diskutiertes Thema im ersten Quartal waren die Limitationen bei den Leistungen in Abwesenheit. Viele Praxen erleben, dass der tatsächliche Aufwand für Leistungen in Abwesenheit des Patienten in der Leistungsgruppe 002 – Büroarbeit die tariflich vorgesehenen Limitationen überschreitet. Dieser Umstand macht deutlich, dass je nach Praxis Anpassungen der praxisinternen Prozesse erforderlich sind.

Rechnungsrückweisungen im Überblick
Entgegen der anfänglichen Erwartung einer hohen Anzahl an Rückweisungen bewegten sich diese in den meisten Fällen auf einem moderaten Niveau. Im ersten Quartal zeigten sich insbesondere folgende Rückweisungsgründe:

  • Nicht eingehaltene Angaben gemäss Anhang H zum Tarifstrukturvertrag / Forum Datenaustausch
  • Nicht eingehaltene Limitationen
  • Verbrauchsmaterial TARDOC (Generelle Interpretation GI-26)
  • Fehlende Diagnosecodes
  • Fehlerhafte Kombinationen von Leistungen
  • Unsicherheiten bei der Abrechnung von ambulanten Pauschalen
  • Unklarheiten bei «eingeschränkten Pflichtleistungen» und «Nichtpflichtleistungen»

Aktiv werden bei unklaren Rückweisungen
Das ambulante Tarifsystem ist ein dynamisches System, das sich durch die Anwendung weiterentwickelt – ein Lernprozess für alle Beteiligten. Bei unklaren Rückweisungen empfiehlt es sich daher, aktiv den Dialog mit dem Versicherer zu suchen. Denn nicht jede Rückweisung bedeutet zwangsläufig, dass die Abrechnung fehlerhaft war. Der Austausch trägt vielmehr dazu bei, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln und die Anwendungspraxis zu harmonisieren. Entscheidend ist, Erfahrungen zu teilen, bestehende Unsicherheiten gezielt zu klären und den Lernprozess konsequent weiterzuführen.

Tarif-Akademie – Tarifkompetenz stärken und auf dem aktuellen Stand bleiben.
Einmal monatlich informieren wir unsere Teilnehmenden über aktuelle Entwicklungen im Tarifwesen, vermitteln praxisnahe Tipps und bieten die Möglichkeit zum fachlichen Austausch.

Weitere Informationen finden Sie unter Tarif-Akademie .

Rückweisungen vermeiden – administrativen Aufwand reduzieren

Rechnungsrückweisungen sind nicht nur ärgerlich, sondern verursachen vor allem eines: unnötigen administrativen Mehraufwand. Jede Korrektur kostet Zeit, verzögert den Zahlungseingang und bindet wertvolle Ressourcen in der Praxis.

Doch die gute Nachricht ist: Die meisten Rückweisungen lassen sich durch klare Prozesse und gezielte Prüfung vermeiden.

Häufige Rückweisungsgründe:

  • Fehlender oder unvollständiger Diagnosecode
  • Vorgaben des Forum Datenaustausch nicht eingehalten
  • Verbrauchsmaterial falsch (Tariftyp, Position) oder unzulässig verrechnet
  • Limitationsüberschreitungen

Erfahren Sie anlässlich unserer massgeschneiderten Tarif-Schulungen sowie in der Tarif-Akademie, welche weiteren Rückweisungsgründe häufig auftreten – und wie Sie diese korrekt bearbeiten und gezielt vermeiden.

Tarif-Update – Technisches Update / Neue Klarstellungen OAAT AG

Am 20. März 2026 hat die OAAT AG in Ihrem Newsletter weitere Klarstellungen sowie wichtige Informationen zum technischen Update publiziert.

Technisches Update
Zur korrekten Umsetzung der genehmigten Tarifstrukturen werden im Rahmen eines technischen Updates der Grouper, LKAAT, das Definitionshandbuch sowie der TarifMatcher in aktualisierter Form bereitgestellt. Die Publikation ist für den 2. April 2026 vorgesehen. Details zu den Anpassungen werden mit dem Release aufgeschaltet.

Die Leistungserbringer und Kostenträger sind aufgefordert, die technische Implementierung bis zum 20. April 2026 vorzunehmen, damit ab diesem Datum nach neuer Version fakturiert werden kann.
Wichtig: Die Anwendung erfolgt auch auf Leistungen, welche vor dem Publikationsdatum erbracht, aber noch nicht fakturiert wurden. Bereits bestehende Rückweisungen, die nach dem 20. April erneut fakturiert werden, sollen gemäss neuer Version korrigiert werden. Bereits bezahlte Rechnungen sollen nicht mehr korrigiert werden.

Detaillierte Informationen zum technischen Update sowie den Klarstellungen finden Sie unter folgendem Link Newsletter 30 – OAAT AG – 20.03.2026

Wichtige Hinweise zur Vermeidung von Rechnungsrückweisungen

Um unnötige Rückweisungen zu vermeiden, macht die OAAT darauf aufmerksam, dass die Abrechnung gemäss den vereinbarten vertraglichen Grundlagen zu erfolgen hat. Insbesondere macht sie auf folgende drei Punkte aufmerksam:

Angabe der Fachbereiche: Gemäss Anhang H zum Tarifstrukturvertrag und Reglement zu den Fachbereichen 
Gruppierungsrelevante LKAAT-Positionen bei Ambulanten Pauschalen: Siehe Kap. 3, Abs. 6, Bst. c des Anhangs H «Rechnungsstellung und Datenaustausch» sowie Klarstellung 1 zu Anhang H «Rechnungsstellung und Datenaustausch»)
Injizierte oder applizierte Arzneimittel bei Ambulanten Pauschalen: Siehe Kap. 3, Abs. 6, Bst. d des Anhangs H «Rechnungsstellung und Datenaustausch» und Klarstellung 7 zu Anhang H «Rechnungsstellung und Datenaustausch»

Weitere wichtige Informationen finden Sie im Newsletter 29 der OAAT AG vom 20. Februar 2026 Newsletter 29 OAAT AG vom 20.02.2026

Rückweisungen kosten Zeit – und belasten das Personal

Jede Rückweisung bedeutet:

  • zusätzlichen administrativen Aufwand
  • Unterbrechungen im Praxisalltag
  • Unsicherheit im Team
  • verzögerte Einnahmen

Medizinische Praxisassistent:innen und Abrechnungsteams stehen aktuell unter hohem Druck. Wertvolle Zeit geht für Korrekturen verloren – Zeit, die im Praxisbetrieb dringend gebraucht wird.

In den ersten Wochen nach dem TARDOC-Start kristallisieren sich dabei typische Muster heraus. Einige Stolperfallen oder Rückweisungsgründe sind nicht auf den ersten Blick erkennbar, sondern entstehen im Detail der Leistungserfassung und Abrechnung.

Unsere Unterstützung – Überprüfung Leistungsabrechnung – praxisnah und effizient

Gerne unterstützen wir Sie mit unserem bewährten Produkt Überprüfung Leistungsabrechnung, das bereits im TARMED erfolgreich im Einsatz war und von unseren Kundinnen und Kunden geschätzt wurde.

Dabei fokussieren wir uns auf:

  • die Optimierung der Tarifanwendung mit Blick auf Vollständigkeit und Korrektheit
  • die Vermittlung in der sicheren Tarif-Anwendung
  • das Aufzeigen von Abrechnungspotenzialen
  • den Einfluss von TARDOC und ambulanten Pauschalen auf die Praxisorganisation, Prozesse und Praxispersonal

Weitere Informationen unter https://vanessa-federer.ch/dienstleistungen-mpa-aerzte/

Erste Erfahrungen mit Rechnungsrückweisungen im TARDOC – typische Stolperfallen frühzeitig erkennen

Mit dem Start von TARDOC und den ambulanten Pauschalen zeigt sich in vielen Praxen bereits nach kurzer Zeit ein klares Bild: Der administrative Aufwand nimmt zu – insbesondere durch Rückweisungen von Rechnungen, Rückfragen und notwendigen Korrekturen.

Auch wir sammeln derzeit Erfahrungen aus der Praxis und begleiten den Umstellungsprozess eng. Genau diese Erfahrungen und Rückweisungsgründe geben wir gezielt an unsere Kundinnen und Kunden weiter.
Sie profitieren von praxisnaher Unterstützung, mehr Abrechnungssicherheit und einer spürbaren Entlastung ihres Personals von administrativem Mehraufwand. So lassen sich Rückweisungen reduzieren – und der Fokus bleibt im Praxisbetrieb.

Ein Monat TARDOC & Ambulante Pauschalen – unsere Erfahrungen aus der Praxis

Der erste Monat nach dem Start mit TARDOC und den ambulanten Pauschalen neigt sich bereits dem Ende zu. Wir durften den TARDOC-Start hautnah miterleben – direkt vor Ort in der Praxis. Im täglichen Betrieb, unter realen Bedingungen. Dabei haben wir nicht nur die Theorie geprüft, sondern vor allem gesehen, wo es hakt, wo Zeit verloren geht und wo Chancen liegen.

Unser Fazit nach dem ersten Monat:
Wer jetzt strukturiert optimiert, vermeidet langfristige Abrechnungsverluste.

Wenn Sie wissen möchten, ob Ihre Leistungen vollständig abgebildet sind, wo Abrechnungspotenzial liegen bleibt und wie Sie Ihr Team sicher durch die Umstellung führen, sprechen Sie mit uns. Wir unterstützen Sie gerne.